Entlastungen für Gas- und Wärme-Kunden: Damit können Sie rechnen!

Stand 21.11.2022

Private Verbraucher und Unternehmen müssen aktuell mit um ein Vielfaches höheren Preisen für Gas und Fernwärme, oftmals aus Erdgas erzeugt, rechnen und planen. Diese Belastung möchte die Bundesregierung mit einer Reihe von Maßnahmen abfedern. Die erste ist die Soforthilfe für Gas- und Wärmekunden in Höhe von neun Milliarden Euro, die den Verbrauchern bereits im Dezember zugutekommen wird.

Wir haben die häufigsten Fragen zum Thema Soforthilfe auf dieser Seite zusammengestellt. Falls Ihre konkrete Frage fehlt, kontaktieren Sie gern unseren Kundenservice unter der (07251) 706-222.

Gedacht ist die Maßnahme als finanzielle Überbrückung für alle Kunden, für die eine Gas- und Wärmepreisbremse ab März 2023 umgesetzt wird.

Für Gaskunden gilt: Die Soforthilfe soll Haushalte und kleinere Unternehmen mit einem Jahresverbrauch bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden entlasten. Das Gas darf allerdings nicht für den kommerziellen Betrieb von Strom- oder Wärmeerzeugungsanlagen genutzt werden.

Wärmekunden müssen beachten: Die Dezember-Entlastung gilt für alle Kunden, die einen Wärmeliefervertrag mit einem Energieversorger abgeschlossen haben und deren Jahresverbrauch 1,5 Millionen Kilowattstunden nicht überschreitet. Hinsichtlich Wärme profitieren auch alle Kunden, die die bezogene Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum an ihre Mieter weitergeben.

Unabhängig vom Jahresverbrauch können bestimmte Einrichtungen aus den Bereichen Soziales, medizinische Versorgung und Pflege sowie Bildung und Forschung ebenfalls die Soforthilfe bekommen, auch wenn ihr Jahresverbrauch 1,5 Mio. kWh Gas überschreitet.

Gas- und Wärmekunden müssen im Dezember keine Abschlagszahlung oder Vorauszahlung entrichten. Welche Kunden konkret betroffen sind, entnehmen Sie bitte der Frage „Wem nutzt die Soforthilfe?“.

Die endgültige Höhe der Entlastung wird erst im Rahmen der nächsten Rechnung ausgewiesen.

Der Gas-Verbrauch, den Ihr Versorger für September 2022 prognostiziert hat (1/12 des Jahresverbrauchs), wird mit Ihrem im Dezember 2022 gültigen Arbeitspreis multipliziert. Hinzu wird 1/12 des Jahresbruttogrundpreises gerechnet. Der Arbeitspreis bezieht sich auf die Kosten für die genutzte Kilowattstunde und hängt somit mit dem tatsächlichen Verbrauch zusammen. Der Grundpreis ist unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch und deckt die Fixkosten für Netz und Zähler ab.

Im Bereich Wärme erfolgt – aufgrund anderer Vertragsstrukturen als bei leitungsgebundenem Erdgas – die Entlastung für den Dezember durch eine pauschale Zahlung, die von der Höhe des im September gezahlten Abschlags abhängt.

Im Rahmen der turnusmäßigen Jahresrechnung erfolgt zudem ein Abgleich zwischen der nicht geleisteten Voraus- oder Abschlagszahlung für Dezember und dem endgültigen Betrag der einmaligen Entlastung. Der Differenzbetrag ist vom Kunden jeweils auszugleichen.

Bei der monatlichen Abschlagszahlung haben die Verbraucher verschiedene Zahlungsoptionen:

  • Für Verbraucher, die ihrem Gas- und Wärmelieferanten eine Einzugsermächtigung erteilt haben, besteht kein weiterer Handlungsbedarf.
  • Für Verbraucher, die ihre Energie-Überweisung monatlich tätigen, ist im Dezember ebenfalls nichts zu tun. Erst im Januar steht die nächste Zahlung an. Wer seinen Abschlag per Dauerauftrag bezahlt, muss diesen aussetzen und dann wieder aktiv setzen.

Die Einzelheiten zu den Sonderregelungen finden Sie im Gesetz

Nein. Wenn Sie Ihre Abschlagszahlung bereits geleistet haben, wird diese in der nächsten Rechnung an Sie berücksichtigt.

Steuerpflichtige, die die Ergänzungsabgabe auf die Einkommensteuer, den Solidaritätszuschlag, entrichten, müssen – nach aktuellem Stand – die Entlastungszahlung mit der Abrechnung der Versorger und Verwalter frühestens für den Veranlagungszeitraum 2023 versteuern.

Nähere Details werden im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zur Gas- und Wärmepreisbremse geregelt. Derzeit liegen diese allerdings noch nicht vor.

Die notwendigen Mittel für die Dezember-Soforthilfe werden vom Bund zur Verfügung gestellt. Die Versorgungsunternehmen können den Anspruch auf die entfallenen Dezemberzahlungen über ihre Hausbank bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geltend machen und einen entsprechenden Auszahlungsantrag stellen.

Nein. Weiterhin ist die Einsparung von Energie von großer Bedeutung.

Denn:

  • Energie bleibt sehr teuer. Und von der geplanten Gas- und Wärmepreisbremse werden lediglich 80 % des Vorjahresverbrauchs abgedeckt. Das heißt: Die restlichen 20 % werden zum regulären Preis berechnet.
  • Energieeinsparungen tragen zur Versorgungssicherheit in Deutschland bei. Nach aktuellen Angaben der Bundesnetzagentur vom 16.11.2022 betrug der Füllstand der Gasspeicher 99,95 %. Allerdings bleibt die Lage auf dem Energiemarkt angespannt, und die Gasbeschaffung aus dem Ausland kostenintensiv.
  • Jede eingesparte Kilowattstunde leistet einen Beitrag zur Energiewende und ist somit ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.

Wertvolle und praktikable Energiespartipps erhalten Sie unter www.stadtwerke-bruchsal.de/energiesparen und auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, BMWK.

Gas- und Wärmepreisbremse

Im März 2023 soll nach aktuellem Stand der nächste Entlastungsschritt in Kraft treten, die Gas- und Wärmepreisbremse, um die Privathaushalte und kleinen Unternehmen zu entlasten. Ein Gesetzesentwurf liegt dafür derzeit noch nicht vor, lediglich der Vorschlag der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission Gas und Wärme.

Der Vorschlag sieht vor, dass der gedeckelte Gaspreis für 80 % des Vorjahresverbrauchs 12 Cent (brutto) pro Kilowattstunde nicht übersteigen darf.

Für die Wärmekunden soll dann ein garantierter Brutto-Arbeitspreis von 9,5 ct/kWh für ein Kontingent von 80 Prozent des Verbrauchs gelten, dem die Abschlagszahlung aus September 2022 zugrunde gelegt wurde.

Die Kommission empfiehlt, den Verbrauchern in kürzeren Abständen die Möglichkeit zu geben, sich über ihre Verbräuche zu informieren. Aktuell liegt diesen lediglich eine Übersicht in Form der Jahresabrechnung vor.

Gasbeschaffungsumlage gestoppt

Die Gasbeschaffungsumlage, eine zusätzliche Abgabe für deutsche Gaskunden, wird es nicht geben. Die seit dem 01.10.22 gültige Gasspeicherumlage sowie die Bilanzierungsumlage werden jedoch in Rechnung gestellt.

Mehrwertsteuersenkung auf Gas und Fernwärme

Mit dem „Gesetz zur temporären Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Gaslieferungen über das Erdgasnetz“ wird der Umsatzsteuersatz auf Lieferungen für Gas und Fernwärme rückwirkend ab dem 1. Oktober 2022 bis Ende März 2024 von 19 auf 7 % gesenkt. Laut einer Berechnung der Bundesregierung bedeutet dies bei einem geschätzten Verbrauch von 20.000 kWh für einen Vier-Personenhaushalt eine Entlastung von ca. 400 Euro pro Jahr.

Einen aktuellen Lagebericht zur allgemeinen Gasversorgung in Deutschland finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.