Sieben Rettungsschwimmer mit Abzeichen in Silber belohnt

Gemeinsame Ausbildung von SWB und DLRG ging mit anspruchsvollen Prüfungen in Theorie und Praxis zu Ende

Immer mehr Kinder können nicht mehr sicher schwimmen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Badeunfälle. Darüber hinaus haben die kommunalen Bäder ein personelles „Nachwuchsproblem“: Immer weniger junge Menschen möchten sich zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausbilden lassen. – Anfang des Jahres haben die Stadtwerke Bruchsal GmbH (SWB) als zuständige Bäderbetreiberin, der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. („die“ DLRG) sowie die Fördervereine Freibad Heidelsheim e.V. (FFH) und Schwimmbad Obergrombach e.V. (FSO) gemeinsam die Initiative ergriffen, für die Zukunft verstärkt Rettungsschwimmer (m, w, d) auszubilden. Die geplante Akquise von zusätzlichen Rettungsschwimmern kam darüber hinaus dem Wunsch der Fördervereine wie auch der Badegäste in Heidelsheim und Obergrombach entgegen, die Stadtwerke mögen die Öffnungszeiten ihrer Freibäder im Sommer variabler gestalten.

Jetzt ging die gemeinsame Ausbildung von SWB und DLRG, die coronabedingt wochenlang ausgesetzt werden musste, vor wenigen Tagen zu Ende. Von den insgesamt 11 zugelassenen Teilnehmern haben sieben im Alter zwischen 28 und 61 Jahren – darunter auch Stadtwerke-Geschäftsführer Armin Baumgärtner – die anspruchsvollen Prüfungen bestanden, die im Stadtwerke-Verwaltungsgebäude (Theorie) und im SaSch!-Freibad (Praxis) stattfanden. Voraussetzungen für den Rettungsschwimmer sind sowohl der Nachweis des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens (DRSA) in Silber, als auch eines Erste-Hilfe-Kurses. Die Kosten für die Ausbildung zum Rettungsschwimmer, die von der DLRG durchgeführt wurde, übernahm die SWB, welche diese anschließend auch auf 450-Euro-Basis geringfügig beschäftigen wollte. SWB-Geschäftsführer Armin Baumgärtner hatte sich schon längere Zeit mit dem Gedanken getragen, wie man mit der Stamm-Mannschaft weiterhin die Grundaufgabe des Bäderbetriebs hinbekommen und gleichzeitig den von Natur aus defizitären Bäderbetrieb auf wirtschaftlich gesündere Beine stellen kann. Durch die zusätzlichen Rettungsschwimmer, die in Ergänzung zum festangestellten Bäderpersonal zum Einsatz kommen sollen, erhofft er sich einen Personalpool, der „on demand“ zur Verfügung steht.

Das können Auszubildende oder Angestellte sein, die nach sechs Stunden im Büro ihre restliche Arbeitszeit als Rettungsschwimmer im Freibad ableisten möchten, junge Menschen, die sich etwas hinzuverdienen wollen oder über den Rettungsschwimmer Interesse an einer Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe bzw. an einer Arbeit innerhalb der Stadtwerke entwickeln. Entsprechend würden die Rettungsschwimmer, die über ihren Arbeitgeber Stadtwerke versichert sind, sowohl in den Freibädern Heidelsheim und Obergrombach, als auch im Bruchsaler SaSch! eingesetzt. Der Gesetzgeber schreibt für die Bäderaufsicht mindestens einen Rettungsschwimmer vor. Da dieser nicht auf die Bädertechnik spezialisiert ist, käme bei technischen Problemen die Bereitschaft innerhalb des Bäderpersonals zum Einsatz. Der Stadtwerke-Chef sieht am Ende eine Situation, aus der alle Beteiligten einen Gewinn ziehen: Die Rettungsschwimmer, die eine Zusatzausbildung machen und sich über einen Mini-, Ferien- oder Saisonjob etwas hinzuverdienen; die Badegäste, die durch variable Öffnungszeiten mehr Möglichkeiten zum Freibadbesuch eröffnet bekommen; die Kioskbetreiber im Bad, die durch längere Öffnungszeiten dank mehr Umsatz eher auf ihre Kosten kommen; die Kinder, die wieder mehr Gelegenheit zum Schwimmen haben; und nicht zuletzt die Stadtwerke, die durch das zusätzliche Personal in der Lage sind, den Freibadbetrieb langfristig aufrecht erhalten zu können. Ganz nebenbei leisten die Stadtwerke Bruchsal einen Beitrag zur Sicherheit der Badegäste.

Aufgrund der aktuellen „Situation“, die mit dem SWB-eigenen Personal gestemmt werden konnte, wurden die zusätzlichen Rettungsschwimmer diese Saison zwar nicht benötigt, dürften aber künftig sehr gefragt sein.

Kategorie: Aktuelles Allgemein, Aktuelles Bäder
Datum: 1. September 2020
Autor: tw