Informationen über die Zusammenhänge könnten hier Verständnis bewirken, hofft der Stadtbus-Disponent
Im Engelbergtunnel auf der A81 bei Leonberg (Kreis Böblingen) hat es am vergangenen Dienstag gebrannt. Die Tunnelröhre in Richtung Stuttgart bleibt vorerst gesperrt. Nach dem Brand wird das Ausmaß der Schäden deutlicher. Während der Verkehr in Richtung Norden am Mittwochmorgen wieder freigegeben wurde, bleibt die Tunnelröhre Richtung Süden auf unbestimmte Zeit gesperrt. Zunächst war man von einer Sperrung bis Anfang April ausgegangen. Das Feuer zerstörte die Betriebstechnik hier auf mehrere hundert Meter. An der Tunneldecke der Weströhre platzte durch die Hitze Beton ab. Die Kabel der Tunnelsteuerung sowie der Brandmeldeanlage seien verschmort, teilte die Autobahn GmbH mit. Das Tunnelbauwerk ist laut deren Sprecher nur oberflächlich betroffen. Ziel sei es, den Verkehr so schnell wie möglich wieder in die Weströhre zu bekommen. Dazu müsse aber zuerst die Sicherheitstechnik wieder eingebaut werden. Man wisse heute noch nicht, wie lange das dauere. – So weit die Berichterstattung über das Ereignis bei Leonberg.
Was hat aber das Ganze mit Bruchsal zu tun – und hier gar mit Verspätungen und Kursausfällen der Stadtbus-Stadtteilringlinien 185/186? Für Stadtbus-Disponent Gerold Müller, der täglich, manchmal sogar mehrmals, ob der langen Rückstaus auf der B35 Verspätungen oder im schlechtesten Fall Kursausfälle der genannten Linien vermelden muss und den berechtigten Unmut der Fahrgäste von allen Seiten abbekommt, ist das keine Frage. Die Autofahrer nutzten auf dem Weg von Stuttgart über Pforzheim nach Frankfurt statt der Autobahn A81/A8 die Bundesstraße B35, um anschließend über die Autobahnauffahrt Bruchsal auf die A5 ihre Fahrt nach Frankfurt fortzusetzen. Auch der Verkehr von Karlsruhe nach Bruchsal weicht bei Stau über die B3 aus, um nach und durch Bruchsal zu fahren. Die Folge: auf der B35 und der B3 geht spätestens zu den Stoßzeiten oft nichts mehr. Die Busse der Stadtteilringlinie 185/186 bleiben im Stau stecken, können ihren Fahrplan nicht mehr einhalten, sodass es bei einer Verspätung um mehr als 22 Minuten, wie es am Freitag vorkam, nicht mehr möglich ist, den Verkehr der genannten Linien aufrechtzuerhalten. Es kommt zu Teilkurs-Ausfällen. Die Fahrgäste sehen nur die Verspätungen und Kursausfälle, den Zusammenhang mit der Nachricht von einem brennenden Lkw-Anhänger im Engelbergtunnel, die es aus dem vermeintlich fernen Leonberg in die Tageszeitung, ins Radio, Regionalfernsehen oder gar die ARD-„Tagesschau“ um 20 Uhr geschafft hat, sehen sie eher nicht.
Die Botschaft, dass der Engelbergtunnel Anfang April wieder freigegeben wird, hören Gerold Müller, Stadtbus-Disponent, und Manfred Schmitt, Mitarbeiter der Verkehrs- und Polizeibehörde im Bruchsaler Ordnungsamt wohl, allein, ihnen fehlt – aus Erfahrung – der Glaube. Bis sich die Lage in Bruchsal entspannt, bitten die beiden sowie die Verantwortlichen der Stadtbusverkehr Bruchsal GmbH um Verständnis für etwaige Verspätungen oder auch Teil-Kursausfälle. Da geht es dem Stadtbus-Fahrpersonal wie allen anderen Verkehrsteilnehmern auf der B35 oder der B3. Verspätungen oder Kursausfälle auf den Stadtbuslinien sind keine Willkür oder gar Vorsatz. Es handelt sich meist um höhere Gewalt, von der alle Beteiligten betroffen sind.
