Verträge zur Lieferung von Fernwärme und Übernahme der Energiezentrale zwischen John Deere und Stadtwerken Bruchsal

Die Wärmewende in Bruchsal und der Region kommt weiter voran. Nach dem Vertragsabschluss zwischen der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH (GeoB) und der Stadtwerke Bruchsal GmbH (SWB) zwecks Auskopplung geothermischer Wärme ins Fernwärmenetz der Stadtwerke Anfang Januar ist jetzt ein weiterer bedeutender Schritt erfolgt. Die John Deere GmbH & Co. KG, einer der weltweit führenden Hersteller von Landmaschinen, der in seinen Werken in Bruchsal, Mannheim und Zweibrücken hochmoderne Land- und Erntemaschinen herstellt und dabei den Fokus auf innovative Agrartechnologien legt, setzt künftig auf grüne Wärme von den Stadtwerken Bruchsal.

Im John Deere Training Center Bruchsal trafen sich am 5. März Vertreter von John Deere und der Stadtwerke Bruchsal zur Unterzeichnung eines Fernwärmeliefervertrages. Dieser sieht vor, dass die Stadtwerke das John-Deere-Werk Bruchsal zukünftig mit grüner Wärme versorgen. Diese wird über eine rund 900 Meter lange Fernwärmeleitung vom Linkenheimer Weg in die John-Deere-Straße geliefert. Hier betreibt der Landmaschinenhersteller neben dem Europäischen Ersatzteilzentrum E-PDC das Kabinenwerk und ein Training Center. Darüber hinaus vereinbarten die Partner im selben Kontext die Übernahme der Energiezentrale.

SWB-Geschäftsführer Sebastian Haag stellte einmal mehr die umfassenden Pläne der Stadtwerke vor, die Energiewende voranzubringen. So ist die „SWB Strategie 2045“ verbunden mit den größten Investitionen in der Unternehmensgeschichte der Stadtwerke. Eines der wichtigsten Themen ist der Wärmenetzausbau in Bruchsal. Haag ist sich des Bruchsaler Alleinstellungsmerkmals von Fernwärme aus geothermischer Wärme bewusst: „Für Haushalte und Unternehmen bedeutet Geothermie Planungssicherheit: stabile Wärmepreise, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Versorgung.“ Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme betrage Dank der Auskopplung geothermischer Wärme zu Beginn mindestens 60 Prozent, bis 2035 liege er dann bei nahezu 100 Prozent. Damit sei die Geothermie die bedeutendste regenerative Energiequelle, die Auskopplung grüner Fernwärme ins Netz der Stadtwerke bis dato hierzulande ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. John Deere spielt als sogenannter Ankerkunde, also Großabnehmer von Fernwärme, eine entscheidende Rolle für den weiteren Fernwärmenetzausbau.

„Die Partnerschaft mit den Stadtwerken Bruchsal verbindet Nachhaltigkeit mit Standortstärkung: Wir setzen künftig am Standort in Bruchsal auf geothermisch erzeugte, grüne Wärme und reduzieren damit den Einsatz fossiler Energieträger. Das ist ein starkes Signal für unseren Produktionsstandort – und für die Region“, so der Leiter des John-Deere-Werks Bruchsal, Sven Künstler.

„Für unser Europäisches Ersatzteilzentrum E‑PDC ist eine verlässliche, zukunftsfähige Energieversorgung ein wichtiger Baustein – um Effizienz und Nachhaltigkeit in unseren Prozessen weiter voranzubringen“, ergänzt Matthias Steiner, Leiter des E-PDC bei John Deere.

Die Energie-Partnerschaft zwischen John Deere und den Stadtwerken reicht schon weiter zurück. So bauten die Stadtwerke auf dem Dach des E-PCD eine Großflächen-PV-Anlage. Bedingung für die Ansiedlung von John Deere am Standort Bruchsal war zu Beginn der 1980er Jahre eine vorhandene Erdgasversorgung. Das war der Grund dafür, dass die Stadtwerke in Bruchsal ein Erdgasnetz bauten, das dann sukzessive ausgebaut wurde. – Da das Klimaschutzgesetz den Pfad zur Klimaneutralität in Deutschland und damit den Ausstieg aus dem Erdgas bis 2045 vorsieht, steht in 20 Jahren der Abschied vom Erdgas bevor. Mit Unterstützung der Stadtwerke kann der Bruchsaler Standort von John Deere durch den Einsatz von grüner Wärme statt fossilem Erdgas seine lokale Initiative im Bereich alternative Energiequellen vorantreiben. Davon wird auch Bruchsal profitieren, das dank des Ausbaus des Fernwärmenetzes langfristig zumindest im Gebiet der Kernstadt und entlang weiterer vorhandener Fernwärmetrassen klimaneutral mit Wärme versorgt werden kann.

Alles Wissenswerte über den weltweit führenden Hersteller von Landmaschinen findet man hier. Die Homepage der Stadtwerke Bruchsal bietet ebenfalls eine Fülle an Möglichkeiten, den Bruchsaler Energieversorger kennenzulernen. Insbesondere die Landingpage informiert allgemein über das Thema Fernwärme, die ergänzende Fernwärmeseite bietet die Möglichkeit, einen Fernwärmeliefervertrag abzuschließen. Zusätzlich sind im Energieleitplan der Stadt Bruchsal https://energieleitplan.bruchsal.de die Gebiete, in denen die Stadtwerke das Fernwärmenetz aktuell oder künftig ausbauen oder verdichten, detailliert beschrieben und farblich markiert.

Foto (v.l.n.r.): Dieter Wachenfeld, Sven Mahler, Tony Rollin, Matthias Steiner, Sebastian Haag, Sven Weigt, Christian Eichholtz, Sven Künstler

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