Kategorie: Aktuelles, Stadtwerke
Datum: 28. Januar 2026

Stadtwerke Bruchsal feiern Premiere mit Fernwärme aus Geothermie

Geothermie-Gesellschaft Bruchsal und Stadtwerke Bruchsal unterzeichnen gemeinsamen Wärmeliefervertrag

Es gibt wieder gute Nachrichten aus Bruchsal: Die Wärmewende in der Barockstadt und der Region kommt unaufhaltsam voran. Ein essenzieller Baustein ist das Bruchsaler Geothermiekraftwerk und die Auskopplung geothermischer Wärme ins Fernwärmenetz der Stadtwerke Bruchsal. Im Großen Sitzungssaal des Bruchsaler Rathauses trafen sich im Januar Oberbürgermeister Sven Weigt in seiner Funktion als Gastgeber und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender, Thomas Kölbel, Geschäftsführer der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH, sowie Sebastian Haag, Geschäftsführer der Stadtwerke Bruchsal GmbH, zwecks Unterzeichnung eines Wärmeliefervertrags. Diesen Meilenstein auf dem Weg zur Wärmewende setzten die Vertragspartner im Beisein von Wolfram Münch, Aufsichtsratsvorsitzender der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH (GeoB) sowie Leiter Forschung und Innovation der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

In seinem einleitenden Begrüßungswort ging OB Sven Weigt auf das politisch gewollte Ziel des Einsatzes regenerativer Energien ein. Derlei Projekte, wie beispielsweise das kurz vor der Fertigstellung stehende Heizwerk auf dem Geothermie-Gelände, der Einsatz von Photovoltaikanlagen oder die Realisierung von Windparks, müssten ökologisch, ökonomisch und sozial im Gleichgewicht und wirtschaftlich darstellbar sein. Die Bruchsaler Geothermieanlage der EnBW, die zunächst nur zur Stromerzeugung genutzt wurde, seit 2019 die Bereitschaftspolizei mit Wärme versorgt und dem Forschungsbereich der EnBW zur Lithium-Gewinnung dient, funktioniere ausgezeichnet und vor allem geräuschlos. Um derlei Leuchtturmprojekte zu realisieren, bedürfe es des Mutes und der Leidenschaft der beteiligten Partner. Er sei stolz darauf, dass sich Bruchsal nachhaltig als Innovationsstandort etabliere. Auf dem Geothermie-Gelände stellte die SWB vor Kurzem einen riesigen Wärmepufferspeicher auf, die EnBW nahm am Standort eine Brennstoffzellenanlage in Betrieb.

SWB-Geschäftsführer Sebastian Haag berichtete von den umfassenden Plänen der Stadtwerke, die Energiewende voranzubringen. So sei die „SWB Strategie 2045“ verbunden mit den größten Investitionen in der Unternehmensgeschichte der Stadtwerke Bruchsal. Eines der wichtigsten Themen sei der Wärmenetzausbau in Bruchsal. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme betrage Dank der Auskopplung geothermischer Wärme zu Beginn mindestens 60 Prozent, bis 2035 liege er dann bei nahezu 100 Prozent. Damit sei die Geothermie die bedeutendste regenerative Energiequelle, deren Auskopplung ins Fernwärmenetz der Stadtwerke bis dato hierzulande ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Durch den Vertrag mit der GeoB sichere sich die SWB die exklusiven Vermarktungsrechte an der Wärmelieferung für die kommenden 10 Jahre. Das sorge für ein stabiles Preissystem, das es ermögliche, den Bürgerinnen und Bürgern von Bruchsal zu markfähigen Konditionen Wärme zu liefern, so Sebastian Haag. Der Vertrag sei das Ergebnis einer langjährigen, soliden Partnerschaft mit der EnBW, die den entsprechenden Fortschritt erst möglich gemacht habe. Mit der Unterzeichnung des Bezugsvertrages blickt Haag nach vorn auf den weiteren Netzausbau. Derzeit sei die SWB in Sachen Fernwärme wieder in der Südstadt aktiv, wo das bestehende Netz erweitert wird. Am Siemenskreisel wurde als Vorstoß bis zur Kernstadt die Bahnlinie unterquert, am Zentralen Omnibusbahnhof ZOB und auf dem Terrain der ehemaligen Siemens-Siedlung die Infrastruktur zur künftigen Versorgung bereits in die Wege geleitet. 2026 und 2027 werde die SWB den Ausbau deutlich intensivieren, u.a. im Industriegebiet, so der Ausblick des Stadtwerke-Chefs.

Wichtig für den erfolgreichen Ausbau der Fernwärme in Bruchsal ist auch die Transparenz für die Bürger. Diese haben 24/7 die Möglichkeit, sich auf der Stadtwerke-Homepage zu informieren – entweder auf der Landingpage, die allgemein über das Thema informiert https://www.stadtwerke-bruchsal.de/fernwaerme, oder auf der Seite, über die man einen Fernwärmeliefervertrag abschließen kann, https://www.stadtwerke-bruchsal.de/fernwaerme/fernwaerme-beauftragen. Last but not least ist da der Energieleitplan der Stadt Bruchsal https://energieleitplan.bruchsal.de, in dem die Gebiete der aktuellen Fernwärmeausbauplanung der Stadtwerke detailliert beschrieben und farblich markiert sind. Dort, wo Ausbaugebiete anstehen, werde man mittels Veranstaltungen vor Ort die Bürger direkt informieren. Die Kommunikation zur Fernwärme, die auch über den Insta-Kanal @stadtwerkebruchsalgmbh läuft, werde weiter intensiviert.

GeoB-Geschäftsführer Thomas Kölbel, betonte seinerseits, dass die Geothermie-Anlage, die auf Bohrungen aus den 1980er Jahren zurückgeht, ein Erfolgsmodell ist. Beide Bohrungen (Förder- und Reinjektionsbohrung), seien exzellent, die Thermalwassermenge außerordentlich gut. Sie liegt bei 28 l/s, werde nach einem Pumpentausch bei 55 l/s liegen. das Geothermie-Kraftwerk werde derzeit um ein Heizwerk erweitert, um die erforderliche Wärmeenergiemenge auskoppeln zu können. Derzeit könne sie 6 MWth, später12 MWth bereitstellen. Im Vordergrund stehe die energetische Nutzung, sie könne aber auch zusätzliche Produkte generieren, wie beispielsweise Lithium. – Die Stadtwerke, so Sebastian Haag, sind derzeit mit allen potenziellen Fernwärme-Kunden, Privathaushalten, Wohnungsbaugesellschaften, Unternehmen sowie Industriebetrieben, im Gespräch. Bereits zur Heizperiode 2026/2027 soll geothermische Wärme zu den ersten Fernwärmekunden geliefert werden.

Copyright © 2024 Stadtwerke Bruchsal • designed by hsag.info

Servicepoint