Die Stadtwerke Bruchsal werden auf dem Weg der Wärmewende noch einiges bewegen
Die Überschrift* zitiert den Titel eines deutschen Spielfilms aus dem Jahr 1997, der sich auf Berlin als (seinerzeit) größte Baustelle Europas bezog. Da steht Bruchsal der Hauptstadt bisweilen in nichts nach. Um den gesellschaftlichen Konsens der Dekarbonisierung der Energieversorgung, also den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Öl, Erdgas und Kohle, umzusetzen, hat Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Haag in den ersten Monaten seiner Bruchsaler Tätigkeit die „Stadtwerke Strategie 2045“ entwickelt. Diese konzentriert sich im Wesentlichen auf ein Konzept für die künftige Energieversorgung Bruchsals. Sie ist mit den größten Investitionen in der Geschichte des Unternehmensverbundes Stadtwerke Bruchsal in das Fernwärme- und das Stromnetz verbunden. Es geht um das gemeinsame Ziel der Stadt Bruchsal, der Stadtwerke Bruchsal und des Landkreises Karlsruhe einer CO2-freien Energieversorgung. So soll dem menschengemachten Klimawandel entgegengewirkt und das Kernziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung möglichst auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, umgesetzt werden. Um Klimaneutralität zu erreichen, plant Deutschland den schrittweisen Ausstieg aus der Erdgasversorgung bis 2045. Der beinhaltet die Stilllegung oder Umwidmung von Gasnetzen, aber auch – wie in Bruchsal – den Neubau und Ausbau des Fernwärmenetzes sowie die Verdichtung vorhandener Fernwärmenetze.
Bis dato gibt es in Bruchsal vier in sich geschlossene Fernwärmenetze auf dem Campus, in der Südstadt, in der Bahnstadt und am Belvedere. In der Südstadt finden derzeit Verdichtungsmaßnahmen statt, seit vergangener Woche hat der Bau einer Fernwärmeleitung vom Geothermiekraftwerk bis ins Industriegebiet West begonnen, welche die Auskopplung geothermischer Wärme ins Fernwärmenetz der Stadtwerke vorsieht, mit der dann Industriekunden mit grüner Fernwärme versorgt werden können. Derzeit sind die Stadtwerke mit potenziellen Interessenten im Gespräch. In diesem und im kommenden Jahr sind die Versorgung von Neubauten auf dem Gelände der ehemaligen Siemens-Siedlung sowie von Teilen der Innenstadt mit Fernwärme geplant. Am Ende steht idealerweise ein flächendeckendes Fernwärmenetz für Bruchsal. Die geplanten Schritte des weiteren Ausbaus des Fernwärmenetzes können Interessierte zu gegebener Zeit dem Amtsblatt, dem Energieleitplan der Stadt Bruchsal https://energieleitplan.bruchsal.de sowie der Fernwärme-Landingpage der Stadtwerke Bruchsal https://www.stadtwerke-bruchsal.de/fernwaerme entnehmen. Darüber hinaus arbeiten die Verantwortlichen an einem detaillierten Ausbau eines Kommunikationskonzepts, auf dessen Basis die Stadtwerke bei allerlei Gelegenheiten rund um das Thema Fernwärme informieren werden. – Der konsequente Ausbau der Fernwärme wird zu gegebener Zeit dann auch Baustellen mit sich bringen. Diese sind Voraussetzung für den Ausbau der CO2-freien Energieversorgung, werden aber erfahrungsgemäß vorübergehend das Leben in Bruchsal beeinträchtigen.
